"Birringer besitzt sowohl die nötige Fantasie, um in orchestralen Dimensionen zu denken, als auch das Fingerspitzengefühl, diese
klanglichen Räume dem Hörer mit ihrer Interpretation zu vermitteln."
Piano News
Schon im Alter von drei Jahren entdeckte Esther Birringer am Klavier eine Welt, die sie nie wieder loslassen sollte. Als Sechsjährige debütierte sie als Solistin mit Orchester, was den Beginn
einer außergewöhnlichen künstlerischen Laufbahn markierte. Rasch folgten erste Wettbewerbserfolge und Konzerteinladungen nach Deutschland, Italien und in die Schweiz. Diese frühen
Errungenschaften ebneten den Weg zu Studien an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und der Universität der Künste Berlin, wo Persönlichkeiten wie Karl-Heinz Kämmerling, Pascal
Devoyon und Arie Vardi ihren musikalischen Weg formten. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet sie außerdem mit Cécile Ousset, die ihr künstlerisches Profil maßgeblich geprägt hat.
Während ihrer Studienjahre ließen ihre Wettbewerbserfolge die Musikwelt aufhorchen. Ihre besondere Affinität zu den Werken von J. S. Bach manifestierte sich im Gewinn des 6. Internationalen
Klavierwettbewerbs Johann Sebastian Bach in Würzburg, wo erst 15 Jahre später wieder ein erster Preis vergeben werden sollte. Weitere erste Preise sowie Sonderpreise beim 9. Internationalen
Klavierwettbewerb der Chopin-Gesellschaft Hannover, beim Internationalen Grieg Klavierwettbewerb in Oslo, beim ZF Musikpreis und beim Deutschen Musikwettbewerb unterstreichen ihre
außergewöhnliche künstlerische Handschrift. Für ihre bemerkenswerten Leistungen wurde sie zudem mit dem Kulturpreis für Nachwuchskünstler des Stadtverbandes Saarbrücken ausgezeichnet.
In den darauffolgenden Jahren profilierte Esther Birringer sich als vielseitige und überaus präsente Künstlerpersönlichkeit und begeisterte ihre Zuhörerschaft in führenden Sälen wie der Kölner
Philharmonie, dem Konzerthaus Berlin, dem Kulturkreis Gasteig, der Münchner Residenz, der Laeiszhalle Hamburg, Schloss Elmau und dem Teatro del Maggio Musicale Fiorentino in Florenz. Mit ihren
„ebenso poetischen wie durchstrukturierten, farbenreich und brillant gespielten Interpretationen“ (Pizzicato) eroberte sie die Herzen ihres Publikums und etablierte sich als geschätzter
Gast bei wichtigen Festivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem MDR Musiksommer, dem Usedomer Musikfestival, den Weilburger Schlosskonzerten, dem Davos Festival, dem Maggio Musicale
Fiorentino, dem Festival Lugano Musica, den Musikfesttagen an der Oder, dem Bachfest Leipzig und den Schwetzinger Schlosskonzerten. Zudem pflegt Esther Birringer eine rege Zusammenarbeit mit
renommierten Klangkörpern wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Brandenburgischen Staatsorchester Frankfurt-Oder, den Münchner Symphonikern, dem Philharmonischen Kammerorchester Dresden,
den Dresdner Kapellsolisten, dem Orchestre Colonne Paris, der Polska Filharmonia Bałtycka und dem Sendai Philharmonic Orchestra.
Ein besonderer Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens stellt die Kammermusik dar. Sie musiziert mit Künstlerpersönlichkeiten wie Asya Fateyeva, Julian Arp, Solenne Païdassi, Vladimir
Babeshko, Peter-Philipp Staemmler sowie dem Szymanowski Quartett. Internationale Aufmerksamkeit erregte sie zudem gemeinsam mit ihrer Schwester, der Geigerin und Professorin Lea Birringer. Das
Duo rückte schlagartig ins Rampenlicht, als die Schwestern 2011 direkt nacheinander die renommierten Kammermusikwettbewerbe Premio Vittorio Gui in Florenz und Concorso Internazionale di Musica da
Camera Città di Pinerolo gewannen, letzteren mit einem Sonderpreis für die beste Brahms-Interpretation. „Künstlerisch sind die beiden schönen Schwestern eine Wucht“, schrieb Concerti –
ein Urteil, das ihre musikalische Strahlkraft eindrucksvoll belegt.
Die gemeinsame Diskografie ist geprägt von künstlerischer Neugier, dramaturgischer Klarheit und einem farbenreichen Klangideal. Das Duo-Debütalbum mit Sonaten von Szymanowski, Hindemith und
Respighi wurde begeistert aufgenommen – „Den Namen Birringer muss man sich merken“, hieß es beim WDR. Mit den bei Rubicon Classics veröffentlichten Folgealben Lifelines (2018)
und Di tanti palpiti (2019), letzteres für die ICMA Awards sowie den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert, festigten die Schwestern ihren Ruf als musikalische Einheit
höchster Güte.
Auch solistisch präsentiert Esther Birringer ein eindrucksvolles Profil. Ihr erstes Klavieralbum Once Upon A Time (2021), gewidmet den Klavierfassungen bedeutender Ballettmusiken von
Tschaikowski, Prokofjew und Strawinsky, wurde international gefeiert: „Von Anfang bis Ende hat Birringer eine der besten Klavier-CDs des Jahres vorgelegt“, so das US-Magazin
Fanfare. Mit dem Folgealbum Debussy (2022), bestehend aus einer signifikanten Werkauswahl des französischen Impressionisten, begeisterte sie die Kritik durch ihren neuen und
frischen Interpretationsansatz, ihre außergewöhnliche klangliche Präzision und „malerische Intensität“ (Piano News).
Anfang 2026 erscheint nun ihre dritte Solo-CD Spectrum bei Rubicon Classics – ein musikalisches Zeugnis, das nicht nur ihre stilistische Vielseitigkeit beleuchtet, sondern auch ihren
persönlichen Blick auf Musik als farbiges Prisma erfahrbar macht, in dem sich Emotionen, Epochen und Klangwelten zu einem vielschichtigen Ganzen verbinden.
Die Saison 2025/26 hält zudem weitere Meilensteine für Esther Birringer bereit: Ihre Debüts mit der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und dem Staatsorchester Rheinische Philharmonie
sowie ein Wiedersehen im Bremer Sendesaal – jenem Ort, mit dem sie eine enge musikalische Zusammenarbeit verbindet und wo bereits drei ihrer Alben entstanden sind.
Neben ihrem aktiven Konzertleben widmet sich Esther Birringer mit großer Hingabe der Ausbildung der nächsten Generation von Musikerinnen und Musikern. Ihre Lehrtätigkeit führte sie an die
Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden und zu Meisterkursen in Europa, Asien und Lateinamerika. Gegenwärtig unterrichtet sie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in
Frankfurt.
Stand 2025/26. Änderungen oder Kürzungen bedürfen der Zustimmung von Esther Birringer
